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William Kentridge, ein Künstler, dessen Zeichnungen ich sehr schätze, interviewt sich selbst und verarbeitet dabei einige sehr schöne Klischees übers Künstlersein: http://www.youtube.com/watch?v=9F1hMqJLaVY
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In Berlin gibt es zur Zeit mehrere Möglichkeiten sich visuell mit Krieg auseinander zu setzen. Gleich zwei Ausstellungen thematisieren die medialen Bildwelten globaler Kriegschauplätze.

In den Kunstwerken ist die Ausstellung "seeing is beliving" zu sehen:
Letztes Wochenende war ich da und kann die Ausstellung empfehlen, deren mediale Vielfalt - es werden eben nicht nur Fotos ausgestellt - mir besonders gefallen hat: Installation, Video, Fotografie. Die Rolle der Berichterstattung und wie durch die Bilder und Videos Realität erzeugt wird, untersucht oder hinterfragt jedes Kunstwerk auf unterschiedliche Weise.
Zeitgleich läuft noch bis zum 4. 12. im C/O Berlin die Ausstellung unheimlich vertraut. Bilder vom Terror. Anders als in den Kunstwerken werden hier hauptsächlich Fotografien gezeigt:
Freitag, 02. Dezember 2011 . 19 Uhr
Vortrag
The Historical Uncanny: Phantoms, Doubles, and Repetition in the War on Terror
Prof. Dr. W.J.T. Mitchell . Kunsthistoriker . Chicago

In den Kunstwerken ist die Ausstellung "seeing is beliving" zu sehen:
Die Bilder eines Terroranschlages können live verfolgt werden und gehen innerhalb von Sekunden um die Welt. Im UN-Sicherheitsrat wird ein Wandteppich mit Guernica-Motiv verhüllt, um bald darauf ein Satellitenfoto als zentrales Argument in der Legitimierung eines Krieges zu präsentieren. Bilder einer Exekution werden live ins Weiße Haus übertragen, doch kein Foto gelangt an die Öffentlichkeit. Rasant und unmittelbar verbreiten sich Bilder; sie erscheinen als einzige Zeugnisse, die uns ein Ereignis glaubhaft und erfahrbar machen können. Seeing is believing – und dennoch übersteigen Bilder unsere Vorstellungskraft sowie unseren Glauben an die Wirklichkeit. Die Erkenntnis, dass Bilder nicht einfach Repräsentanten außermedialer Wirklichkeit sind, sondern eigene Realitäten erschaffen, ist mittlerweile integraler Bestandteil zeitgenössischer Bildkompetenz. Die visuelle Gegenwärtigkeit politischer Ereignisse, die Politisierung von Bildern sowie die unkontrollierbare Geschwindigkeit ihrer Verbreitung haben in der gegenwärtigen Kunst zu einem konzentrierten Nachdenken über Macht und Status des Bildes geführt.
Letztes Wochenende war ich da und kann die Ausstellung empfehlen, deren mediale Vielfalt - es werden eben nicht nur Fotos ausgestellt - mir besonders gefallen hat: Installation, Video, Fotografie. Die Rolle der Berichterstattung und wie durch die Bilder und Videos Realität erzeugt wird, untersucht oder hinterfragt jedes Kunstwerk auf unterschiedliche Weise.
Zeitgleich läuft noch bis zum 4. 12. im C/O Berlin die Ausstellung unheimlich vertraut. Bilder vom Terror. Anders als in den Kunstwerken werden hier hauptsächlich Fotografien gezeigt:
Als extreme Form der Erzeugung von terroristischen Bildereignissen gelten die Anschläge zum 11. September 2001 – dem meist fotografierten und gefilmten Ereignis der Mediengeschichte. Ihrer Verwertungslogik folgend beginnen die Medien weltweit am selben Tag einige wenige Bilder und Sequenzen endlos zu wiederholen und damit medial auf Dauer zu stellen. Die terroristische Strategie, größtmögliche Aufmerksamkeit zu erlangen, und die kapitalistische Verwertungslogik der Medien gehen eine symbiotische Beziehung ein. Die Medien werden zwangsläufig zu Kollaborateuren, zu Mittlern zwischen Terroristen und Publikum.Begleitend zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Film- und Vortragsprogramm, das auf der Homepage aufgeführt ist. Auf einen Höhepunkt sei hingewiesen:
Trotz einer immensen Bilderflut erscheinen unmittelbar nach den Ereignissen nur rund 30 unterschiedliche Fotografien auf die Titelseiten weltweit. Ebenso werden im Fehrnsehen immer dieselben Videos in Endlosschleifen wiederholt. Die internationale Konzentration und Zusammenarbeit der Bildagenturen reduziert die Bildauswahl zusätzlich. Nach Jahren bleiben jedoch nur noch fünf bis zehn Motive im kollektiven Bewusstsein. Diese Beschränkung der öffentlichen Berichterstattung über das Geschehen auf wenige Bildtypen ist kennzeichend für den medialen Umgang mit Terror.
Freitag, 02. Dezember 2011 . 19 Uhr
Vortrag
The Historical Uncanny: Phantoms, Doubles, and Repetition in the War on Terror
Prof. Dr. W.J.T. Mitchell . Kunsthistoriker . Chicago
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Der Herbst ist da und von "Ich will den Sommer zurück, sofort!" zu "ich liebe den Herbst, die beste Jahreszeit der Welt" sind es nur fünf kleine Metallstäbe: ich habe die Stricknadeln ausgepackt! Das erste Projekt sind Handschuhe (ambitioniert: mit Fingern) im Fischgrätmuster.
Auf dem Foto ist schon der zweite Versuch zu sehen, mittlerweile schon mit 1,5 Fingern.

Anfängerfehler 1: Der vermeintliche Wollrest hat sich als nicht ausreichend herausgestellt und ein Knäuel (von der mit Abstand teuersten Wolle in der Wollkiste, "Feinstes Baby Alpaca — eine Traumfaser in ungefärbten Naturmélangetönen und aktuellen Modefarben", wurde mal für Babyhandschuhe angeschafft) musste ich gleich mal nachkaufen. Anfängerfehler 2: Ohne Anleitung stricken. Mal sehen, wenn ich fertig werden sollte, dann gibt es vielleicht eine!
Auf dem Foto ist schon der zweite Versuch zu sehen, mittlerweile schon mit 1,5 Fingern.

2 Kommentare
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27.10.2011, 15:10
Kommentar von kb
wow, Respekt, an so was Kompliziertes wie Fingerhandschuhe hab ich mich nie getraut. Ich drücke die Daumen :-) ...und schreib mal, wenn du zwei Stück geschafft hast!
27.10.2011, 16:31
Kommentar von PiroschkaZi
OHNE Anleitung? WENN du das schaffst, dann... alle Achtung. Mein nächstes Projekt: Mütze aus Schafwolle aus Vietschow (ganz nach deinem Lama-Mützchen: weißes Schaf vorne ruff und sonst braune Wolle). Das ist doch mal ein Erinnerungsstück! Billig wird sie nicht: habe mir heute die Strickwolle für 30 € bestellt (blödes Waschen, Kadieren und Spinnen). Ich werde irgendwann mal Schafe züchten, denen die Strickwolle aus dem Rücken wächst.
Vor zwei Wochen fand das Turmstraßenfest in Moabit statt.
Kommentar von xn
Ich hatte mal den Eindruck, es gäbe jedes Jahr drei oder vier Turmstraßenfeste. Aber es gibt nur eins, einmal im Jahr. Moabit kennt nicht viele Happenings, aber das ist sicherlich eins davon!
Skurril, trashig, lokal. Die Tatsache, dass ich erst dachte, mehrmals im Jahr findet besagtes Fest statt, mag darauf zurückzuführen zu sein, dass jedes Jahr die gleichen Fahrgeschäfte ihre Stände auf der sonst gut befahrenen Turmstraße aufbauen. Der Autoscooter (hier könnte man Stunden den Betreibern zuschauen, wie sie - zwischen aufeinanderknallenden Scootern umherhuschend - emsig und gleichzeitig total cool stehen gebliebene Scooter wieder zum Laufen bringen), ein paar Stände mit billigen Klamotten aus Fernost, ein Stand, der Zahnarztgeschirr verkauft, einige Bier- und Bratwurststände, eine Bungeesprunganlage, eine Handvoll Kinderkarussells, von denen man eigentlich gar nicht glauben kann, dass damit noch ein Kind zu beeindrucken ist. Nicht zu letzt die kleinen Dinge, die einem hier begegnen können. Da wäre zum Beispiel die Plastikbüste "Robert" mit Bundesadler auf der Brust und Tribaldrachen auf dem, ja, wie nennt man das, Halsdurchschnitt. Ob man das so kaufen kann? Beim "Greifarmspiel" wird man darauf aufmerksam gemacht, dass: "Wenn Sie nicht verlieren können, sollten Sie bitte nicht mitspielen". Mein persönliches Highlight ist der Blumenverkäufer: "Und wer ein bisschen Ahnung hat von Elefantenfüßen, der weiß, was der normalerweise kostet". Ganz großes Kino.
Außer skuril und trashig zu sein, ist das Turmstraßenfest vor allem authentisch. Keine aneinandergereihten Caipirinha-Bars und Bio-Bastel-Stände. Keine Touristenmassen, keine Mitte-Hipster oder Gruppen von trinkfreudigen Erasmus-Studenten. Auf drei Bühnen spielen Bands, eine schöne Mischung aus Schülerbands und Rentnerbands. Und gar nicht mal so schlecht.
2 Kommentare
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28.09.2011, 17:30
Kommentar von Piroschka
Ach, wie wichtig ist uns die Authentizität! Aber warum sind Erasmusgruppen, Caipiriha-Bars oder Bio-Bastel-Stände nicht authentisch? Oder warum KÖNNEN sie es nicht sein? Keine Frage, das Turmstraßenfest ist eins der authentischsten "Event"s Berlins (kann ein Event authentisch sein?) .
Und schon kommt mir beim Gedanken an und beim Betrachten deiner Bilder des Straßenfests die Antwort: Es ist das dicke Kind mit dem Frank-Henkel-CDU-Luftballon in Blau, der Bierbauch akzentuiert von den Wurstfingern an der Hüfte, es ist die Farbexplosion der Fahrgestelle und Buden. Dieser Mischmasch aus ästhetischer Imperfektness und durchschaubarer da knallbunter Weltkreation zeigt das trashige unserer Zeit. Du bist so fehlerhaft, du musst authetisch sein. Und Du, du Bio-Bastel-Bude, du bist so überborden perfekt, bei dir fühle ich mich fehl am Platz. Zeige mir deine Fehler und ich vertraue Dir!
Und schon kommt mir beim Gedanken an und beim Betrachten deiner Bilder des Straßenfests die Antwort: Es ist das dicke Kind mit dem Frank-Henkel-CDU-Luftballon in Blau, der Bierbauch akzentuiert von den Wurstfingern an der Hüfte, es ist die Farbexplosion der Fahrgestelle und Buden. Dieser Mischmasch aus ästhetischer Imperfektness und durchschaubarer da knallbunter Weltkreation zeigt das trashige unserer Zeit. Du bist so fehlerhaft, du musst authetisch sein. Und Du, du Bio-Bastel-Bude, du bist so überborden perfekt, bei dir fühle ich mich fehl am Platz. Zeige mir deine Fehler und ich vertraue Dir!
28.09.2011, 21:32
Kommentar von xn
Nicht nur "zeige mir deine Fehler und ich vertraue dir" sondern, zeige überhaupt Fehler und du bist authentisch. Denn Fehlerlosigkeit ist meistens Heuchelei! Heile Welt Biobastelei genauso wie "Mitte Hipster".
Authentisch zu sein, bedeutet m.M.n. so zu sein, wie man üblicherweise ist oder sich gibt. Das Moabiter Stadtteilfest ist dann authentisch, wenn es so ist, wie normalerweise Moabit / die Turmstraße ist. Deswegen sind Erasmusgruppen, Caipiriha-Bars und Bio-Bastel-Stände auch nicht authentisch... zumindest nicht auf dem Turmstraßenfest. Wären dann nicht fahrende türkische Dönerstände noch näher dran?
(Sind andere Berliner Stadtteilfeste weniger authentisch!? Also in Schöneberg/Kreuberg nicht...)
Authentisch zu sein, bedeutet m.M.n. so zu sein, wie man üblicherweise ist oder sich gibt. Das Moabiter Stadtteilfest ist dann authentisch, wenn es so ist, wie normalerweise Moabit / die Turmstraße ist. Deswegen sind Erasmusgruppen, Caipiriha-Bars und Bio-Bastel-Stände auch nicht authentisch... zumindest nicht auf dem Turmstraßenfest. Wären dann nicht fahrende türkische Dönerstände noch näher dran?
(Sind andere Berliner Stadtteilfeste weniger authentisch!? Also in Schöneberg/Kreuberg nicht...)




















