Zur Zeit beschäftige ich mich intensiver mit dem Problem der Verteilung von moralischer Verantwortung einzelner bei kollektiven Handlungen. Ganz allgemein geht es um die Frage, inwieweit der Einzelne Mitverantwortung an einer moralisch verwerflichen Entscheidung trägt, wenn er nur mittelbar dazu beigetragen hat. Ist beispielsweise die Sekretärin dafür mitverantwortlich, dass Sie unmoralische Geschäftspraktiken der Geschäftsleitung schriftlich festhält und zur Umsetzung vorbereitet? Wie ist es mit der Verantwortung des Einzelnen, der durch die kumulierte Wirkung aller zu Umweltschäden mit beiträgt? Ist der Einzelne dafür mitverantwortlich und wie stark?
Die Frage nach der Aufteilung von Verantwortung ist extrem schwierig zu beantworten, da sie Probleme zum Beispiel der folgenden Art aufwirft: Sinkt die Verantwortung des Einzelnen je mehr Personen an einer falschen Handlung beteiligt sind? Genügt das Zurechnungsprinzip, nachdem man die relative Beteiligung in Bezug auf die Schädigung als Maßstab für die Verantwortung des Einzelnen heranzieht?
Eine mögliche Alternative um die Verwässerung der "Verantwortung in Gruppen beim kollektiven Handeln" zu vermeiden, ist die erhöhte " Sensibilisierung des Verantwortungsbewusstseins"1. Das bedeutet, dass es nötig ist, die Verantwortungsfähigkeit bei jedem Einzelnen zu verbessern. Eine Möglichkeit ist es, wie in einigen wenigen Studienfächern in Deutschland vorgeschrieben, z.B. Kurse zu den Themen "Bioethik", "Ingenieurethik" etc. anzubieten.
Meines Wissens werden Studenten aus den ingenieurwissenschaftlichen Fächern nicht damit konfrontiert. Dabei sind gerade sie durch die potentiell hohe Wirkungsmacht ihrer späteren Handlungen und Entscheidungen vom Verantwortungsproblem "betroffen". Dazu meint der schon zitierte Autor Hans Lenk:
Dabei soll den Wissenschaftlern aber nicht die moralische Pistole auf die Brust gesetzt werden. Es komme nur darauf an, diese stärker für die moralischen Relevanz ihrer Handlungen zu sensibilisieren.
1 Hans Lenk – Praxisnahes Philosophieren – Eine Einführung (Stuttgart, Berlin. Köln 1999), S. 111
2 The UNESCO/ICSU World Conference on Science 1999, Link zur Science Agenda
3 Hans Lenk – Praxisnahes Philosophieren – Eine Einführung (Stuttgart, Berlin. Köln 1999), S. 112
Die Frage nach der Aufteilung von Verantwortung ist extrem schwierig zu beantworten, da sie Probleme zum Beispiel der folgenden Art aufwirft: Sinkt die Verantwortung des Einzelnen je mehr Personen an einer falschen Handlung beteiligt sind? Genügt das Zurechnungsprinzip, nachdem man die relative Beteiligung in Bezug auf die Schädigung als Maßstab für die Verantwortung des Einzelnen heranzieht?
Eine mögliche Alternative um die Verwässerung der "Verantwortung in Gruppen beim kollektiven Handeln" zu vermeiden, ist die erhöhte " Sensibilisierung des Verantwortungsbewusstseins"1. Das bedeutet, dass es nötig ist, die Verantwortungsfähigkeit bei jedem Einzelnen zu verbessern. Eine Möglichkeit ist es, wie in einigen wenigen Studienfächern in Deutschland vorgeschrieben, z.B. Kurse zu den Themen "Bioethik", "Ingenieurethik" etc. anzubieten.
The ethics and responsibility of science should be an integral part of the education and training of all scientists. It is important to instil in students a positive attitude towards reflection, alertness and awareness of the ethical dilemmas they may encounter in their professional life. Young scientists should be appropriately encouraged to respect and adhere to the basic ethical principles and responsibilities of science.2
Meines Wissens werden Studenten aus den ingenieurwissenschaftlichen Fächern nicht damit konfrontiert. Dabei sind gerade sie durch die potentiell hohe Wirkungsmacht ihrer späteren Handlungen und Entscheidungen vom Verantwortungsproblem "betroffen". Dazu meint der schon zitierte Autor Hans Lenk:
Die Verantwortung und deren bewusste Wahrnehmung - im doppelten Sinne des Wortes - [kann dem] handelnden Praktiker oder Techniker nicht [abgenommen werden]. Verantwortung zu tragen, ist Preis und Chance unserer moralischen Freiheit.3
Dabei soll den Wissenschaftlern aber nicht die moralische Pistole auf die Brust gesetzt werden. Es komme nur darauf an, diese stärker für die moralischen Relevanz ihrer Handlungen zu sensibilisieren.
1 Hans Lenk – Praxisnahes Philosophieren – Eine Einführung (Stuttgart, Berlin. Köln 1999), S. 111
2 The UNESCO/ICSU World Conference on Science 1999, Link zur Science Agenda
3 Hans Lenk – Praxisnahes Philosophieren – Eine Einführung (Stuttgart, Berlin. Köln 1999), S. 112
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