Erst vor kurzen habe ich überlegt, dass als eine Folge der Digitalisierung wohl auch die Bücherwände aus den Zimmern verschwinden werden. Bücher, früher quasi Statussymbole der Gebildeten, werden bald nur noch digital und damit nicht mehr für die dekorative Zimmereinrichtung zur Verfügung stehen. Warum man sich dennoch neben digitalen Medien auch analoge anschaffen sollte, gab es kürzlich bei Spreeblick zu lesen.
Read on, my dear!
Auf dem Frühstückstisch unserer Familie liegt seit vielen Jahren keine Tageszeitung mehr, das Fernsehprogramm interessiert so gut wie nie, und immer seltener schaffen es DVDs oder gar CDs in unseren Haushalt – es zeichnet sich außerdem ab, dass auch der Zuwachs in den Bücherregalen im Lauf der nächsten Jahre abnehmen wird und der Bücherstapel neben dem Bett irgendwann der Vergangenheit angehört.
Im Netz ist eben nicht nur alles Mögliche vorhanden und nur einen Klick entfernt (was die Fokussierung erschwert), sondern auf eine Art auch alles gleich. Alles wird durch einen Klick ausgelöst, das Material unter unseren Fingern ist immer dasselbe, der motorische Handlungsraum extrem begrenzt. Natürlich rezipieren wir auch vor dem Rechner Musik anders als einen Film, ein Bild, ein Spiel oder einen Text, aber allen Formen gleich bleibt: Wir starren auf einen Bildschirm und interagieren mit dem Mausklick und der Tastatur und unserem Blick auf eine endliche Bildschirmdiagonale, die nur einen Bruchteil unseres tatsächlichen Sehbereichs abdeckt.
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