Einen sehr interessanten Gedanke habe ich kürzlich beim hören von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" (Remix mit Kommentaren zum freien Download) entdeckt. Aus dem Buch könnte man andauernd zitieren, einen Gedanken den ich aber mit am verblüffendsten gefunden habe, möchte euch nicht vorenthalten. Vielleicht ist er ein bisschen aus der Luft gegriffen, aber was solls :)
Leider lässt der Autor Ulrich (den Mann ohne Eigenschaften) nicht erläutern, warum das körperliche nun genau im Zivil zu finden wäre. Nachdem der General zu einer kurzen Widerrede angesetzt hat, entgegnet Ulrich:
Der Zivilgesellschaft steht ein Zeitalter der Körperkultur (ohne Geist) bevor. Ich finde, dass an seiner Idee schon etwas dran ist. (Auch ja schon relativiert, immer 20 Sachen dafür und 20 dagegen sprechen können, wenn man will). Vielleicht fällt euch ja dazu etwas ein?
Lieber General, ich kann es dir nur noch einmal sagen: Du nimmst das Denken zu ernst. Aber, da du wert darauf legst, kann ich dir ja erklären versuchen, wie ein Zivilist denkt. [...]
Du bist erstens auf einem falschen Weg, General. Der Geist ist nicht im Zivil zu finden und das körperliche im Militär, sondern es verhält sich genau umgekehrt. Denn Geist ist Ordnung. Und wo gibt es mehr Ordnung als beim Militär? Alle Halskragen haben dort eine Länge von 4 Zentimetern, die Zahl der Knöpfe ist genau festgesetzt und selbst in den träumereichsten Nächten stehen die Betten schnurgerade an den Wänden. Wissenschaft ist nur dort möglich, wo sich die Geschehnisse wiederholen oder doch kontrollieren lassen. Und wo gebe es mehr Wiederholung und Kontrolle als beim Militär? Ein Würfel würde kein Würfel sein wenn er nicht um 9 Uhr so rechteckig wäre wie um sieben. (Aus Teil 8 12:00" - 14:30")
Leider lässt der Autor Ulrich (den Mann ohne Eigenschaften) nicht erläutern, warum das körperliche nun genau im Zivil zu finden wäre. Nachdem der General zu einer kurzen Widerrede angesetzt hat, entgegnet Ulrich:
"Nicht mehr oder weniger Unsinn als alles andere", verteidigte sich Ulrich. "Es gibt kein Ja an dem nicht ein Nein hängen würde. Du kannst tun was du willst. So findest du 20 der schönsten Ideen dafür und wenn du willst, 20 die dagegen sind. Man könnte fasst schon glauben, es ist wie in der Liebe und im Hass und beim Hunger. Wo der Geschmack verschieden sein muss, damit jeder zum Seinen kommt. [...]
"Ich würde dir raten", meinte Ulrich, "Diotima den Tipp zu geben, dass Gott ein Zeitalter der Körperkultur heraufzubeschwören scheint. Denn das einzige was den Ideen einigermaßen halt gibt, ist der Körper zu den Sie gehören."
Der Zivilgesellschaft steht ein Zeitalter der Körperkultur (ohne Geist) bevor. Ich finde, dass an seiner Idee schon etwas dran ist. (Auch ja schon relativiert, immer 20 Sachen dafür und 20 dagegen sprechen können, wenn man will). Vielleicht fällt euch ja dazu etwas ein?
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