erstellt am 01.08.2011
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Grounded Theory: Warum Forschung immer subjektiv ist.
Die Grounded Theory thematisiert, warum wissenschaftliche Forschung immer vom subjektiven Standpunkt des Forschers abhängt. Dieser subjektive Faktor ist gerade in der sozialwissenschaftlichen Forschung vielfältig, da hier die physischen, kulturellen, sozialen und persönlichen Faktoren zwischen Forscher und dem Forschungsobjekt großen Einfluss auf Forschungsaufbau, -ablauf und -ergbenisse haben. Diese Erkenntnis wird durch eine selbstreflexive Herangehensweise offengelegt und versucht in den Forschungsprozess zu integrieren. Verschiedene Methoden der Grounded Theory unterstützen diesen Prozess.
Subjektivität sollte nicht primär als Fehlerquelle angesehen werden
Ich finde die Ansicht vollkommen richtig, wird doch bei den Forschungsergebnissen nie direkt begründet, wo zum Beispiel persönliche Neigungen bei der Auswahl des Forschungsthemas und der verwendeten Methoden eine Rolle spielen. Die wissenschaftliche Forschung versucht eher die Persönlichkeit des Forschers zu verdecken, als sie als unvermeidlichen Teil der Forschungsarbeit zu akzeptieren. Das wird immer dann getan, wenn von einer angeblichen "Objektivität der Wissenschaft" die Rede ist. Wer diese Ansicht vertritt, wird versucht sein, die subjektiven Einflüsse als Fehlerquelle auszuschließen. Die eigenen persönlichen Präferenzen ernstzunehmen und ihr eine positive Erkenntnismöglichkeit abzugewinnen, fördert eine ganzheitliche Forschung, wie auch besser verständliche und "ehrliche" Ergebnisse.
Drei Stufen selbstreflexiver Forschung
Die Grounded Theory schlägt deshalb Methoden vor, die das Hin- und Herpendeln zwischen dem "Forscher als Privatperson", mit seinen persönlichen Neigungen und dem "Forscher als Professionellen" unterstützt. Dieser Prozess läuft immer dreistufig ab und lässt sich gut durch die Begriffe "Urzentrierung", "Dezentrierung" und "Rezentrierung" beschreiben. Eine Methode die ich in diesem Zusammenhang sehr hilfreich finde, ist das führen eines Forschungstagebuchs. In ihm werden Vorkonzepte zum Forschunsgfeld, persönliche Erlebnisse und Berührungspunkte mit dem Forschungsthema, problem- und theoriebezogene Memos notiert und über die eigene Forschung reflektiert. Das Forschungstagebuch hilft damit, den Forschungsprozess zu beschreiben (Urzentrierung), kritisch zu reflektieren (Dezentrierung), aus dieser Reflexion wieder neue Erkenntnissen zu gewinnen (Rezentierung) und in die Bearbeitung mit einfließen zu lassen.
Idee zur Veröffentlichung des Forschungstagebuchs
Idealerweise wird der Prozess der Ideenfindung, Methodenauswahl, Durchführung und Auswertung schon in der Forschungsarbeit thematisiert. Wenn die Reflexion direkt im Text vorgenommen wird, verlängert die Präsentation der Ergebnisse allerdings wesentlich. Ich denke, dass es sinnvoll ist, eine komprimierte Version des Forschungstagebuchs erst nach den Ergebnissen an die Arbeit anzufügen (vielleicht in den Anhang).
Eine ähnliche Funktion erfüllt zwar auch das "Acknowledgement", hier werden aber nur methodische Einschränkungen und keine persönlich gefärbte Lösungsstrategien beschrieben. Die Erweiterung des "Acknowledgement" wäre sicher eine Erleichterung für alle Leser. Sie könnten die Entwicklung des bearbeitenden Themas nachvollziehen und neue Anregungen zur eigenen Forschungsarbeit gewinnen.
» Nahezu alle Gedanken zu diesem Text sind aus dem 3. Kapitel des Buchs "Reflexive Grounded Theory. Eine Einführung für die Forschungspraxis" von Franz Breuer entnommen. Es ist online bei spingerlink.de (zu Teilen auch ohne Registierung) verfügbar.
{Ein kurzes Tagebuch zur Motivation diesen Text zu schreiben: Persönliche Überzeugung und Begeisterung für dieses Konzept (Reflexion, egal über was, kann nie schaden!*); Ideenfindung wie die Grounded Theory in meine Diplomarbeit integriert werden kann; Rekapitulation der für die Arbeit wichtigen Grundgedanken der Grounded Theorie; Die Auffassung das dieser Text es wert ist, hier veröffentlicht zu werden.
* Okay, es gibt Ausnahmen...}
Subjektivität sollte nicht primär als Fehlerquelle angesehen werden
Ich finde die Ansicht vollkommen richtig, wird doch bei den Forschungsergebnissen nie direkt begründet, wo zum Beispiel persönliche Neigungen bei der Auswahl des Forschungsthemas und der verwendeten Methoden eine Rolle spielen. Die wissenschaftliche Forschung versucht eher die Persönlichkeit des Forschers zu verdecken, als sie als unvermeidlichen Teil der Forschungsarbeit zu akzeptieren. Das wird immer dann getan, wenn von einer angeblichen "Objektivität der Wissenschaft" die Rede ist. Wer diese Ansicht vertritt, wird versucht sein, die subjektiven Einflüsse als Fehlerquelle auszuschließen. Die eigenen persönlichen Präferenzen ernstzunehmen und ihr eine positive Erkenntnismöglichkeit abzugewinnen, fördert eine ganzheitliche Forschung, wie auch besser verständliche und "ehrliche" Ergebnisse.
Drei Stufen selbstreflexiver Forschung
Die Grounded Theory schlägt deshalb Methoden vor, die das Hin- und Herpendeln zwischen dem "Forscher als Privatperson", mit seinen persönlichen Neigungen und dem "Forscher als Professionellen" unterstützt. Dieser Prozess läuft immer dreistufig ab und lässt sich gut durch die Begriffe "Urzentrierung", "Dezentrierung" und "Rezentrierung" beschreiben. Eine Methode die ich in diesem Zusammenhang sehr hilfreich finde, ist das führen eines Forschungstagebuchs. In ihm werden Vorkonzepte zum Forschunsgfeld, persönliche Erlebnisse und Berührungspunkte mit dem Forschungsthema, problem- und theoriebezogene Memos notiert und über die eigene Forschung reflektiert. Das Forschungstagebuch hilft damit, den Forschungsprozess zu beschreiben (Urzentrierung), kritisch zu reflektieren (Dezentrierung), aus dieser Reflexion wieder neue Erkenntnissen zu gewinnen (Rezentierung) und in die Bearbeitung mit einfließen zu lassen.
Idee zur Veröffentlichung des Forschungstagebuchs
Idealerweise wird der Prozess der Ideenfindung, Methodenauswahl, Durchführung und Auswertung schon in der Forschungsarbeit thematisiert. Wenn die Reflexion direkt im Text vorgenommen wird, verlängert die Präsentation der Ergebnisse allerdings wesentlich. Ich denke, dass es sinnvoll ist, eine komprimierte Version des Forschungstagebuchs erst nach den Ergebnissen an die Arbeit anzufügen (vielleicht in den Anhang).
Eine ähnliche Funktion erfüllt zwar auch das "Acknowledgement", hier werden aber nur methodische Einschränkungen und keine persönlich gefärbte Lösungsstrategien beschrieben. Die Erweiterung des "Acknowledgement" wäre sicher eine Erleichterung für alle Leser. Sie könnten die Entwicklung des bearbeitenden Themas nachvollziehen und neue Anregungen zur eigenen Forschungsarbeit gewinnen.
» Nahezu alle Gedanken zu diesem Text sind aus dem 3. Kapitel des Buchs "Reflexive Grounded Theory. Eine Einführung für die Forschungspraxis" von Franz Breuer entnommen. Es ist online bei spingerlink.de (zu Teilen auch ohne Registierung) verfügbar.{Ein kurzes Tagebuch zur Motivation diesen Text zu schreiben: Persönliche Überzeugung und Begeisterung für dieses Konzept (Reflexion, egal über was, kann nie schaden!*); Ideenfindung wie die Grounded Theory in meine Diplomarbeit integriert werden kann; Rekapitulation der für die Arbeit wichtigen Grundgedanken der Grounded Theorie; Die Auffassung das dieser Text es wert ist, hier veröffentlicht zu werden.
* Okay, es gibt Ausnahmen...}
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