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erstellt am 28.06.2011
Kategorie Das hat mich schon immer interessiert

Säge, Axt, Hammer versus Baum*

Nachdem ich hier erst vor kurzen die technische Weltbeschreibung und -anschauung kritisiert habe, möchte ich hier noch zwei Gedanken zu diesem Thema äußeren.

Erstens: Technik als oft gewaltvolle Weltbeherrschung

Die Welt technisch zu verstehen, bedeutet wie dem Zitat zu entnehmen ist,  sie nur auf eine Weise zu beschreiben und damit viele ihrer Aspekte auszublenden. In vielen Fällen ist die Beherrschung der Natur durch Technik auch gewaltvolle Manipulation. Das sieht man nicht nur am Einsatz von Maschinen zur Rodung von Wäldern oder dem pflügen, düngen und ernten von Feldern, sondern auch in Laboren und Experimenten wo alle Umwelteinflüsse systematisch minimiert werden. Aber auch in völlig künstlich geschaffenen Lebensräumen, wie der Stadt, wird der Kontakt mit der Natur auf die Erfahrung eines regnerischen Nachmittags reduziert und ansonsten ausgeblendet. Der moderne, technische Mensch herrscht über die Natur.

Zweitens: Im Einklang mit der Natur leben als „Gegenentwurf“

Ich denke, dass wenn die technisierte, westliche Kultur oft als als kalt und "seelenlos" charakterisiert wird, implizit die gewalttätige Beherrschung der Natur gemeint ist. Der Gegenentwurf zur Technisierung, wird daher als "Einklang" mit der Natur und Welt beschrieben, der meist durch spirituelle und mystische Elemente verdeckt wird. Dass der Mensch Teil der Natur ist und ein harmonisches Verhältnis zu ihr anstreben kann, nicht beherrschen muss, ist eher der Kerngedanke des Gegenentwurfes. Dabei wird häufig übersehen, dass der Einklang jedoch immer nur vom Menschen und nicht von der Natur aus passiert, da die Natur unbeeindruckt ihre Bedingungen vorgibt.

* Was gehört hier nicht dazu? Säge, Axt, Hammer, Baum
A1: Säge, Axt, Hammer  VS  Baum (Technikverliebt)
A2: Säge, Axt, Baum VS Hammer (Technikskeptisch oder auch: den Hammer brauch ich nicht immer :P)

(Dieser Text ist durch Kulturphilosophie von Oswald Schwemmer inspiriert.)

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