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erstellt am 18.01.2012
von xn /
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Stadtleben
Erik Spiekermann redet über Berlin und so weiter
Ja, so ein schöner Kackhaufen, da weiß man gleich, wo man sich befindet! Im Ernst: Berlin ist weder das Brandenburger Tor noch ein Bärchen. Am ehesten ist es ein dickbäuchiger Typ in meinem Alter, der mit einem eng anliegenden T-Shirt rumläuft. Offiziell macht man einen auf jung, aber das ist von der Verwaltung bestellt.
Ein Interview über Gelbe Busse, Touristenleistsysteme, "Gentrifizierung", Systemgewinnler, Blöde Imagekampagnen und keative Unproduktive.
Und noch was tolles von Spiekermann: Das ideale Büro.
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Ian Visits fotografiert seit 2008 die fast menschenleere Innenstadt von London am Tag nach Weihnachten.
Flickr Fotostream, Blog
Großartig.
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05.01.2012, 17:26
Kommentar von Pia
Wo ist deine Antwort für Berlin? Ach stimmt ja, du warst ja auch nicht da ; )
Vor zwei Wochen fand das Turmstraßenfest in Moabit statt.
Kommentar von xn
Ich hatte mal den Eindruck, es gäbe jedes Jahr drei oder vier Turmstraßenfeste. Aber es gibt nur eins, einmal im Jahr. Moabit kennt nicht viele Happenings, aber das ist sicherlich eins davon!
Skurril, trashig, lokal. Die Tatsache, dass ich erst dachte, mehrmals im Jahr findet besagtes Fest statt, mag darauf zurückzuführen zu sein, dass jedes Jahr die gleichen Fahrgeschäfte ihre Stände auf der sonst gut befahrenen Turmstraße aufbauen. Der Autoscooter (hier könnte man Stunden den Betreibern zuschauen, wie sie - zwischen aufeinanderknallenden Scootern umherhuschend - emsig und gleichzeitig total cool stehen gebliebene Scooter wieder zum Laufen bringen), ein paar Stände mit billigen Klamotten aus Fernost, ein Stand, der Zahnarztgeschirr verkauft, einige Bier- und Bratwurststände, eine Bungeesprunganlage, eine Handvoll Kinderkarussells, von denen man eigentlich gar nicht glauben kann, dass damit noch ein Kind zu beeindrucken ist. Nicht zu letzt die kleinen Dinge, die einem hier begegnen können. Da wäre zum Beispiel die Plastikbüste "Robert" mit Bundesadler auf der Brust und Tribaldrachen auf dem, ja, wie nennt man das, Halsdurchschnitt. Ob man das so kaufen kann? Beim "Greifarmspiel" wird man darauf aufmerksam gemacht, dass: "Wenn Sie nicht verlieren können, sollten Sie bitte nicht mitspielen". Mein persönliches Highlight ist der Blumenverkäufer: "Und wer ein bisschen Ahnung hat von Elefantenfüßen, der weiß, was der normalerweise kostet". Ganz großes Kino.
Außer skuril und trashig zu sein, ist das Turmstraßenfest vor allem authentisch. Keine aneinandergereihten Caipirinha-Bars und Bio-Bastel-Stände. Keine Touristenmassen, keine Mitte-Hipster oder Gruppen von trinkfreudigen Erasmus-Studenten. Auf drei Bühnen spielen Bands, eine schöne Mischung aus Schülerbands und Rentnerbands. Und gar nicht mal so schlecht.
2 Kommentare
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28.09.2011, 17:30
Kommentar von Piroschka
Ach, wie wichtig ist uns die Authentizität! Aber warum sind Erasmusgruppen, Caipiriha-Bars oder Bio-Bastel-Stände nicht authentisch? Oder warum KÖNNEN sie es nicht sein? Keine Frage, das Turmstraßenfest ist eins der authentischsten "Event"s Berlins (kann ein Event authentisch sein?) .
Und schon kommt mir beim Gedanken an und beim Betrachten deiner Bilder des Straßenfests die Antwort: Es ist das dicke Kind mit dem Frank-Henkel-CDU-Luftballon in Blau, der Bierbauch akzentuiert von den Wurstfingern an der Hüfte, es ist die Farbexplosion der Fahrgestelle und Buden. Dieser Mischmasch aus ästhetischer Imperfektness und durchschaubarer da knallbunter Weltkreation zeigt das trashige unserer Zeit. Du bist so fehlerhaft, du musst authetisch sein. Und Du, du Bio-Bastel-Bude, du bist so überborden perfekt, bei dir fühle ich mich fehl am Platz. Zeige mir deine Fehler und ich vertraue Dir!
Und schon kommt mir beim Gedanken an und beim Betrachten deiner Bilder des Straßenfests die Antwort: Es ist das dicke Kind mit dem Frank-Henkel-CDU-Luftballon in Blau, der Bierbauch akzentuiert von den Wurstfingern an der Hüfte, es ist die Farbexplosion der Fahrgestelle und Buden. Dieser Mischmasch aus ästhetischer Imperfektness und durchschaubarer da knallbunter Weltkreation zeigt das trashige unserer Zeit. Du bist so fehlerhaft, du musst authetisch sein. Und Du, du Bio-Bastel-Bude, du bist so überborden perfekt, bei dir fühle ich mich fehl am Platz. Zeige mir deine Fehler und ich vertraue Dir!
28.09.2011, 21:32
Kommentar von xn
Nicht nur "zeige mir deine Fehler und ich vertraue dir" sondern, zeige überhaupt Fehler und du bist authentisch. Denn Fehlerlosigkeit ist meistens Heuchelei! Heile Welt Biobastelei genauso wie "Mitte Hipster".
Authentisch zu sein, bedeutet m.M.n. so zu sein, wie man üblicherweise ist oder sich gibt. Das Moabiter Stadtteilfest ist dann authentisch, wenn es so ist, wie normalerweise Moabit / die Turmstraße ist. Deswegen sind Erasmusgruppen, Caipiriha-Bars und Bio-Bastel-Stände auch nicht authentisch... zumindest nicht auf dem Turmstraßenfest. Wären dann nicht fahrende türkische Dönerstände noch näher dran?
(Sind andere Berliner Stadtteilfeste weniger authentisch!? Also in Schöneberg/Kreuberg nicht...)
Authentisch zu sein, bedeutet m.M.n. so zu sein, wie man üblicherweise ist oder sich gibt. Das Moabiter Stadtteilfest ist dann authentisch, wenn es so ist, wie normalerweise Moabit / die Turmstraße ist. Deswegen sind Erasmusgruppen, Caipiriha-Bars und Bio-Bastel-Stände auch nicht authentisch... zumindest nicht auf dem Turmstraßenfest. Wären dann nicht fahrende türkische Dönerstände noch näher dran?
(Sind andere Berliner Stadtteilfeste weniger authentisch!? Also in Schöneberg/Kreuberg nicht...)

An dieser Stelle sei auf einen Blog hingewiesen der eher im Berliner Lokalteil anzusiedeln ist. Er beleuchtet kritisch den Fortschritt der Bauarbeiten zum neuen Gleisdreieck Park (Hier die offizielle Seite für den Park).
Der riesige Park wird von 2 Bahngleisen und dem Technikmuseum getrennt und liegt südlich vom Potsdamer Platz. Sicherlich wird er die Gegend enorm aufwerten. Egal wie man zu den geplanten Appartements (die für Berliner Verhältnisse sicher Luxus sind) steht, ich freue mich schon wenn er fertig ist und um die Ecke Joggen gehen kann. Der Ostpark wird im August 2011, der Westpark erst 2013 fertig.
Zum Gleisdreieck Blog
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Bildverweis


Diese und weitere tolle Bilder gibts hier.Als das Kind Kind war,ging es mit hängenden Armen,
wollte der Bach sei ein Fluß,
der Fluß sei ein Strom,
und diese Pfütze das Meer.
Als das Kind Kind war,
wußte es nicht, daß es Kind war,
alles war ihm beseelt,
und alle Seelen waren eins.
Als das Kind Kind war,
hatte es von nichts eine Meinung,
hatte keine Gewohnheit,
saß oft im Schneidersitz,
lief aus dem Stand,
hatte einen Wirbel im Haar
und machte kein Gesicht beim fotografieren.
Als das Kind Kind war,
war es die Zeit der folgenden Fragen:
Warum bin ich ich und warum nicht du?
Warum bin ich hier und warum nicht dort?
Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?
Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?
Ist was ich sehe und höre und rieche
nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?
Gibt es tatsächlich das Böse und Leute,
die wirklich die Bösen sind?
Wie kann es sein, daß ich, der ich bin,
bevor ich wurde, nicht war,
und daß einmal ich, der ich bin,
nicht mehr der ich bin, sein werde?
Aus dem Gedicht "Lied Vom Kindsein - Peter Handke"
Wenn ein Film ein Gedicht dieser Länge (das da oben ist nur ein Auszug!) erträgt, kann er entweder sehr anstrengend oder so gut gemacht sein, dass es sich nahtlos in die Erzählung einfügt. Der Film Der Himmel über Berlin (1987, The wings of desire) von Wim Wenders ist sicher kein leichter Film. Intensiv, durch seine Bezüge zur Geschichte Berlins und der geteilten Wirklichkeit 1987 erzeugen in vielen Szenen eine bedrückende Schwere. Die Geschichte ist schnell erzählt: Zwei Engel wachen über Berlin der Achtziger Jahre. Sie sind zum zuschauen verdammt. Einer der Beiden entscheidet sich gegen die Ewigkeit und für ein sterbliches Leben...
Das alles in 120 Minuten. Ausgezeichnet mit unzähligen Preisen, gilt Der Himmel über Berlin, neben "Berlin - Die Sinfonie der Großstadt" als einer der Berlin-Filme. Nicht das die Geschichte unbedingt in Berlin spielen muss, aber die Umsetzung des Films passt perfekt zur vom "Krieg" zerstörten und löchrigen Stadt. Kurz um ein Spektakel für die Augen, Ohren und den Kopf und jedem Berliner / Nichtberliner hiermit sprichwörtlich ans Herz gelegt.
(Übrigens spielt der Film zu großen Teilen in Berlin Schöneberg. Ganz in der Nähe, in ich zur Zeit wohne. Der Ramschladen (yeah, ein google street view link!) zum Beispiel, indem der Engel seine Rüstung verkauft, existiert heute noch. Der Bunker, in dem wahrscheinlich der Film im Film gedreht wurde, steht heute auch noch. Ungefähr 300 Meter davon entfernt. Dort wo die Prostuierte im Film steht, war ich gestern spazieren. Am Gleisdreieck daneben wird gerade ein großer Park gebaut.)
More Berlin films: Eine Liste mit Filmen die in Berlin spielen habe ich kürzlich ergoogelt.
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01.12.2010, 13:37
Kommentar von Robert
Schön, dass der Film im schönen Schöneberg gedreht wurde, wo auch ich wohne ...
"Der Film [...] ist sicher kein leichter Film. [..]" ist vermutlich untertrieben ;)
lg
"Der Film [...] ist sicher kein leichter Film. [..]" ist vermutlich untertrieben ;)
lg
eine ganz gut gemachte, vielleicht etwas einseitige kurzdoku über das loveparade desaster.
lohnt sich mal anzuschauen...
http://www.dokumentation-loveparade.com/
lohnt sich mal anzuschauen...
http://www.dokumentation-loveparade.com/
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es ist gar nicht so einfach, still zu leben. schon gar nicht in städten, geschweige denn ballungsräumen.
letztes wochenende wurde für für 1,5 tage die wohl meistbefahrene autobahn, die a 40, der ruhrschnell- und ruhrschleichweg, die b1 und was auch immer voll gesperrt, um ein stillleben zu kreieren. und das alls nur wegen ruhr2010, die so einige spektakuläre sachen auf die beine gestellt hat...
60 km lang gesperrt und nur für inliner, radfahrer und pedestrians freigegeben. darauf ein 60 km langer tisch aus 20000 bierzeltgarnituren und jeder menge kleinkunst. konzerten, musik und tanz und getränken und... wie anders zu erwarten: stau. fußgägngerstaus. teilweise mussten die auffahrten gesperrt werden.
denn bei wunderbarem wetter waren nicht nur 1 million menschen auf den beinen, wie gedacht, sondern mehr al 3 millionen.
ein unheimlich krasses spektakel, aber seht euch selbst ein paar bilder und berichte an
http://www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de/ (Lohnenswert hier die Bildergalerie)
http://ruhr2010.arte.tv/
und da uns ruhris das noch nicht reicht, folgt die loveparade auf dem fuße. diesen samstag in der innenstadt duisburg.
möge die stadt kollabieren und sich dieser einmaligen aktion wohl bewusst sein, wenn es später ans aufräumen geht...
Kommentar von xn
letztes wochenende wurde für für 1,5 tage die wohl meistbefahrene autobahn, die a 40, der ruhrschnell- und ruhrschleichweg, die b1 und was auch immer voll gesperrt, um ein stillleben zu kreieren. und das alls nur wegen ruhr2010, die so einige spektakuläre sachen auf die beine gestellt hat...
60 km lang gesperrt und nur für inliner, radfahrer und pedestrians freigegeben. darauf ein 60 km langer tisch aus 20000 bierzeltgarnituren und jeder menge kleinkunst. konzerten, musik und tanz und getränken und... wie anders zu erwarten: stau. fußgägngerstaus. teilweise mussten die auffahrten gesperrt werden.
denn bei wunderbarem wetter waren nicht nur 1 million menschen auf den beinen, wie gedacht, sondern mehr al 3 millionen.
ein unheimlich krasses spektakel, aber seht euch selbst ein paar bilder und berichte an
http://www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de/ (Lohnenswert hier die Bildergalerie)
http://ruhr2010.arte.tv/
und da uns ruhris das noch nicht reicht, folgt die loveparade auf dem fuße. diesen samstag in der innenstadt duisburg.
möge die stadt kollabieren und sich dieser einmaligen aktion wohl bewusst sein, wenn es später ans aufräumen geht...
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22.07.2010, 11:11
Kommentar von xn
Scheinst der Love parade ja immer hinterher zu ziehen. Vielleicht ist sie nächstes jahr in schweden ;)
Schönes ding mit der gesperrten autobahn. War hier ausfürhlich in der Zeitung und Gegenstand so einiger Kommentare zur ruhr2010.
Schönes ding mit der gesperrten autobahn. War hier ausfürhlich in der Zeitung und Gegenstand so einiger Kommentare zur ruhr2010.
Ich habe gerade einen öffentlichen Kalender bei Google eingerichtet und ein paar Einladungen verschickt. Vielleicht finden sich ja über diesen Weg ein paar schöne Veranstaltungen und Erlebnisse. Ein Experiment. Hier erstmal der Kalender.
Ach und wer auch noch in den Kalender sehen will und selber Termine eintragen möchte. Schicke mir doch ganz kurz mal eine Mail.
Ach und wer auch noch in den Kalender sehen will und selber Termine eintragen möchte. Schicke mir doch ganz kurz mal eine Mail.
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Eine Hommage an Berlin war gestern 24 Stunden auf Arte zu sehen. Die Dokumentation, gedreht genau ein Jahr vor der Ausstrahlung, war ein interessanter Schnitt durch alle Berliner Milieus. Ich habe die Dokumentation von 17 Uhr bis nachts um 2 mit Spannung verfolgt. Und alle die sich dazu gesetzt haben und auch mit geschaut haben, sind nicht so schnell wieder aufgestanden. Die Dokumentation hat mal wieder gezeigt, was für eine arme aber dennoch lebenswerte Stadt Berlin ist und wie viele interessante Menschen hier leben / glücklich sind / leiden. 7 Tage lang kann man die Dokumentation noch auf Arte+7 ansehen.
http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=2824346,scheduleId=2799678.html
http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=2824346,scheduleId=2799678.html
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so kann mans auch machen. die linke ist echt pfiffig
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was spekatkulär klingen mag, füllt nur die sendefreie zeit in den printmedien, die das große sommerloch versuchen zu stopfen. fazit: deutsche lieben ihre tiere, amerikaner nicht.
was zu stöbern und elefantitisch lachen gibt hier

was zu stöbern und elefantitisch lachen gibt hier

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Die alte Autostadt hat seit einigen Jahren ein Problem: Sie schrumpft. Auch General Motors hat hier, im symbolischem Zentrum der brachliegenden amerikanischen Autoindustrie, seinen Hauptsitz. Der Fotograf James D. Griffioens macht vom Verfall wunderschoene Bilder, in denen die Natur Stück für Stück die Stadt zurückerobert.



Kommentar von egon



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05.08.2009, 16:15
Kommentar von egon
ja ich glaube die liebe mutter erde weiß schon sehr genau, wie sie parasiten los wird...
Die Analyse ist gut als Werkzeug der Aufklärung und der Zivilisation, gut, insofern sie dumme Überzeugungen erschüttert, natürliche Vorurteile auflöst und die Autorität unterwühlt, gut, mit anderen Worten, indem sie befreit, verfeinert, vermenschlicht und Menschen reif macht für die Freiheit. Sie ist schlecht, sehr schlecht, insofern sie die Tat verhindert, das Leben an den Wurzeln schädigt, unfähig es zu gestalten. - Herr Settembrini erklärt die Welt - aus Thomas Manns "Der Zauberberg"
Zuerst wollte ich ja so richtig los schimpfen, besonders London als nicht lebenswerte Stadt (StAaadt der SÜÜnde!) ächten und mich auch sonst ein wenig bedauern. Ich habe aber gemerkt, dass meine schwarz-weiß Malerei auch hier mal wieder nicht so ganz funktioniert oder zumindest dann nicht wenn man meine Polemisierungkunst voraussetzt. Meine Ankündigung zum Thema ist ja schon etwas her, heute gibts also erst einmal den Contrateil. Ich musste es aufteilen. Schreiben ist definitiv nicht meine Stärke.
LUFTHOLEN...
- Natur
Gibt es in London nicht. Die Parks und Grünfleckchen in der Innenstadt sind so erholsam, wie eine Fahrt im Nachtzug. Die Größeren, wie Hampstead Heath, sind vor allem am Wochenende so überlaufen, dass das Verhältnis von Baum zu Mensch gerade so als ausgewogen gelten kann. Ansonsten verstehen die Engländer noch besser als Deutsche, alles zu betonnieren wo Natur entstehen könnte. - Verkehr
Viel zu viel. Immer. Überall. Dazu ein öffentliches Verkehrsnetz das einem die Schweiß auf die Stirn treibt, auch bei Temperaturen unter 10 °C. Was sich die Tube so an Belüftungskomfort leistet ist stickige, warme und hoch toxische "Luft" mit großen Ventilatoren in Bewegung zu halten. So hat man wenigstens das Gefühl am Schweiß 10000 anderer Menschen teilgenommen zu haben, atmen kann man trotzdem nicht (zur rush hour zeit schon mal 43°C!). Ansonsten würde ich den Underground eher als einen Viehtransport bezeichnen, als ein zeitgemässes modernes Transportmittel. Kämpfe um freiwerdende Sitzplätze (ja die soll es geben) sind blutig und werden nie einer Oma überlassen. Ach ja, Fahrrad fahren sollte man hier maximal mit Helm, Mundschutz und abgestumpften Selbstschutzmechanismus. - Kultur
ist gleich Entertainment will ich SCHREIEN! SCHREIEN wie all die Kritiker, die mittelmäßige Hollywoodkost und nahezu jedes Musical als "Billiant!", "EPIC" oder "Breathtaking" hochjubeln. Kultur, die in diesem Land mindestens 4 von 5 Sternen bekommt. Kultur die auf Masse und Showeffekt setzt. Gut, das kleingedruckte verrät zwar auch das die SUN oder DAILY MIRROR nicht die allerhöhsten Ansprüche vertritt, aber muss ich mich deswegen denn anschreien lassen? Kultur ist hier etwas zum verkaufen und kann sich wegen der hohen Lebenserhaltungskosten wie es scheint auch nur halten, wenn ordentlich übertrieben wird. - Umgangston

Freundlicher sollen die Engländer doch sein, oder? Ja stimmt, wird der Reisende sagen, aber nicht in London. London ist nicht freundlich, London ist nicht England. Zwar sagt einem hier keiner seine wirkliche Meinung (polite so polite), so richtig konkretes kommt aber nicht dabei heraus (wie bei diesem Abschnitt). - Geld
Gut London ist teuer. Daran muss man sich gewöhnen. Aber was bedeutet teuer sein für eine Stadt? Es bedeutet Verwertungszwang. Und der bedeutet massenkompatibel zu sein. Und es bedeutet Einschränkung. Leben auf kleinem Raum. Und arbeiten. Immer dieses arbeiten. - Glamour

Nirgendwo gibt es so viele Styler wie hier. Immer schön auf den nächsten Trend warten! Und dann kaufen. Schnell! Schnell! Nichts selber entscheiden. Die Modeindustrie sagt, was wir anzuziehen haben. Die Makeupindustrie und plastische Chirurgie wie wir auszusehen haben. Nur was Dinge die etwas kosten sind schön. Ungeschminkt ist einfach zu billig. - ***Platzhalter***
Bitte mit zufälligen, stressbedingten Beschimpfungen füllen.
Puh, das soll erstmal reichen. Im nächsten Teil gibt es die Vorteile der Stadt. Kommt mir aber gerade so vor als wären dass doch weniger als...
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erstellt am 30.06.2009
von xn /
Kategorie
Stadtleben
Also wenn Größe allein zählen würde, wüssten wir jetzt schon wer gewonnen hat

Zähl aber nicht, deswegen gibt es hier bald den ersten Teil meiner "Abrechnung" mit London zu lesen.
(Und guckt mal: Sogar Rüdersdorf bei Berlin hat drauf gepasst. Ist es nicht süß!?)
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