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von xn /
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Musike-texte & Zitatäte
Wer Messer und Gabel richtig halten kann...
Paradies (Hier gehts zum Video!)
Das Gitarrenriff... Ich will nicht ins Paradies...
Wer Messer und Gabel richtig halten kann
und beim Essen grade sitzt,
wer immer JA und DANKE sagt,
dessen Chancen stehen nicht schlecht.
Wer sich brav in jede Reihe stellt
mit geputzten Schuhen,
wer sein Schicksal mit Demut trägt,
dem winkt die Erlösung zu...
Nichts bleibt für die Ewigkeit (Hier gehts zum Video!)
Hier musste ich einfach den ganzen Text kopieren
Du merkst nicht, wie die Tage vergehn,
auch wenn es so scheint, sie bleiben nicht stehn.
Sie tropfen stetig vor sich hin, wie ein Wasserhahn, der undicht ist.
Wenn du nachts hellwach in deinem Bett liegst, hörst du, wie es leise tickt.
Es ist 'ne Uhr in dir, sie läuft nur für dich,
sie erinnert dich dran, wie spät es ist.
Jeden Tag stirbt ein Teil von dir,
jeden Tag schwindet deine Zeit,
jeden Tag ein Tag, den du verlierst,
nichts bleibt für die Ewigkeit.
Jeder Atemzug kostet dich Sekunden,
wieviel Minuten kriegst du für dein Geld?
Los, wir schenken uns gegenseitig ein paar Stunden, schmeißen Jahre von uns weg.
Von gestern und für morgen leben, niemals für das Hier und Jetzt.
Du merkst, während du an deinen Plänen sitzt,
wie das Leben an dir vorüberzieht.
Jeden Tag stirbt ein Teil von dir,
jeden Tag schwindet deine Zeit,
jeden Tag ein Tag, den du verlierst,
nichts bleibt für die Ewigkeit.
"Was zählt" (Hier gehts zum Video!)
Seufz
Ich hab mich oft verlaufen, war viel zu lange blind.
Überall und nirgendwo suchte ich nach dir.
Und ich lief jahrelang nur durch Regen.
Oder ob es Tränen waren? Ich weiss es heut nicht mehr.
Doch wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
werd ich denselben Weg noch einmal für dich gehn.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
dann ist mir kein Preis zu hoch um dich zu sehen.
Siehst du die Tasche, die ich mit mir trage?
Da ist meine Geschichte und mein ganzes Leben drin.
"Warum werde ich nicht satt?" (Hier gehts zum Video!)
Energie
Was für 'ne blöde Frage, ob das wirklich nötig ist.
Ich habe halt zwei Autos, weil mir eins zu wenig ist.
Sie passen beide in meine Garage, für mich ist das Grund genug.
Was soll ich sonst in diese Garage neben meiner Riesen-Villa tun?
Für mich neu ist allerdings Philharmonie-Heul-Verhalten. Werde ich immer sentimentaler? Ist es nun auch bei der klassischen Musik soweit? Es macht weit weniger Spaß im Konzertsaal zu weinen, als im Kinosaal. Menschen mit Operngläsern liegen auf der Lauer, grelles Licht lässt nichts verbergen und geschminkte Augen fließen dahin. Wo soll das noch hinführen. Werden auch bald Hundewelpen, Babys und Kätzchen mir Tränen in die Augen treiben? Eine vom Leben gerührte Rike, sendet euch den nun wohl obligatorischen Tschaikowsky Musikgruß
Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen,
ohne seine Begeisterung zu verlieren.
Winston Churchill
It has been said that the HAL 9000 computer is the most empathetic character in 2001: A Space Odyssey. Even though his "nervous breakdown" turns him into a murderer, his eventual "death" by disconnection is sadder than any other death in the movie. But almost everyone who has seen the movie has wondered: what exactly caused HAL's breakdown?
Hier das Erste Interview mit HAL9000, mit dem alles seinen Anfang nimmt:
Und hier noch einen alternativen witzigen Ausgang des Interviews mit HAL9000.
von egon /
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Himmlische Nothilfe von Tucholsky
hab ich letztens als Dialog gehört, wirklich gut, der alte Kurt...
Himmlische Nothilfe
»Wat denn? Wat denn? Zwei Weihnachtsmänner?«
»Machen Sie hier nich sonen Krach, Siiie! Is hier vier Tage im Hümmel, als Hilfsengel – und riskiert hier schon ne Lippe.«
»Verzeihen Sie, Herr Oberengel. Aber man wird doch noch fragen dürfen?«
»Dann fragen Sie leise. Sie sehn doch, dass die beiden Herren zu tun haben. Sie packen.«
»Ja, das sehe ich. Aber wenn Herr Oberengel gütigst verzeihen wollen: woso zwei? Wir hatten auf Schule jelernt: et jibt einen Weihnachtsmann und fertig.«
»Einen Weihnachtsmann und fertig ... ! Einen Weihnachtsmann und fertig ... ! Diese Berliner! So ist das hier nicht! Das sind ambivalente Weihnachtsmänner!«
»Büttaschön?«
»Ambi ... ach so, Fremdwörter verstehen Sie nicht. Ich wer Sie mal für vierzehn Tage rüber in den Soziologenhimmel versetzen – halt, oder noch besser, zu den Kunsthistorikern ... da wem Sie schon ... Ja, dies sind also ... diese Weihnachtsmänner – das hat der liebe Gott in diesem Jahre frisch eingerichtet. Sie ergänzen sich, sie heben sich gegenseitig auf ... «
»Wat hehm die sich jejenseitich auf? Die Pakete?«
»Wissen Sie ... da sagen die Leute immer, ihr Berliner wärt so furchtbar schlau – aber Ihre Frau Mama ist zwecks Ihrer Geburt mit Ihnen wohl in die Vororte gefahren ... ! Die Weihnachtsmänner sind doppelseitig – das wird er wieder nicht richtig verstehen – die Weihnachtsmänner sind polare Gegensätze.«
»Aha. Wejen die Kälte.«
»Himmel ... wo ist denn der Fluch-Napf ... ! Also ich werde Ihnen das erklären! Jetzt passen Sie gut auf: Die Leute beten doch allerhand und wünschen sich zu Weihnachten so allerhand. Daraufhin hat der liebe Gott mit uns Engeln sowie auch mit den zuständigen Heiligen beraten: Wenn man das den Leuten alles erfüllt, dann gibt es ein Malheur. Immer. Denn was wünschen sie sich? Sie wünschen sich grade in der letzten Zeit so verd ... so vorwiegend radikale Sachen. Einer will das Hakenkreuz. Einer will Diktatur. Einer will Diktatur mitm kleinen Schuß; einer will Demokratie mit Schlafsofa; eine will einen Hausfreund; eine will eine häusliche Freundin ... ein Reich will noch mehr Grenzen; ein Land will überhaupt keine Grenzen mehr; ein Kontinent will alle Kriegsschulden bezahlen, einer will ... «
»Ich weiß schon. Ich jehöre zu den andern.«
»Unterbrechen Sie nicht. Kurz und gut: das kann man so nicht erfüllen. Erfüllt man aber nicht ... «
»Ich weiß schon. Dann besetzen sie die Ruhr.«
»Sie sollen mich nicht immer unterbrechen! Erfüllen wir nicht – also: erfüllt der liebe Gott nicht, dann sind die Leute auch nicht zufrieden und kündigen das Abonnement. Was tun?«
»Eine Konferenz einberufen. Ein Exposé schreiben. Mal telefonieren. Den Sozius ... «
»Wir sind hier nicht in Berlin, Herrr! Wir sind im Himmel. Und eben wegen dieser dargestellten Umstände haben wir jetzt zwei Weihnachtsmänner!«
»Und ... was machen die?«
»Weihnachtsmann A erfüllt den Wunsch. Weihnachtsmann B bringt das Gegenteil. Zum Exempel:
Onkel Baldrian wünscht sich zu Weihnachten gute Gesundheit. Wird geliefert. Damit die Ärzte aber nicht verhungern, passen wir gut auf; Professor Dr. Speculus will auch leben. Also kriegt er seinen Wunsch erfüllt, und der reiche Onkel Baldrian ist jetzt mächtig gesund, hat eine eingebildete Krankheit und zahlt den Professor. Oder:
Die Nazis wünschen sich einen großen Führer. Kriegen sie: ein Hitlerbild. Der Gegenteil-Weihnachtsmann bringt dann das Gegenteil: Hitler selber.
Herr Merkantini möchte sich reich verheiraten. Bewilligt. Damit aber die Gefühle nicht rosten, bringt ihm der andere Weihnachtsmann eine prima Freundin. Oder: Weihnachtsmann A bringt dem deutschen Volke den gesunden Menschenverstand – Weihnachtsmann B die Presse. Weihnachtsmann A gab Italien die schöne Natur – Weihnachtsmann B: Mussolini. Ein Dichter wünscht sich gute Kritiken: kriegt er. Dafür kauft kein Aas sein Buch mehr. Die deutsche Regierung wünscht Sparmaßnahmen – schicken wir. Der andere Weihnachtsmann bringt dann einen kleinen Panzerkreuzer mit.
Sehn Sie – auf diese Weise kriegt jeder sein Teil. Haben Sie das nun verstanden?«
»Allemal. Da möcht ich denn auch einen kleinen Wunsch äußern. Ich möchte gern im Himmel bleiben und alle Nachmittag von 4 bis 6 in der Hölle Bridge spielen.«
»Tragen Sie sich in das Wunschbuch der Herren ein. Aber stören Sie sie nicht beim Packen – die Sache eilt.«
»Und ... verzeihen Sie ... wie machen Sie das mit der Börse –?«
»So viel Weihnachtsmänner gibt es nicht. Herr – so viel Weihnachtsmänner gibts gar nicht –!«
All das und viele weitere kostbare und kostenlose Stücke von Kurt Tucholsky auch unter http://www.vorleser.net/html/tucholsky.html
Peter Panter
Simplicissimus, 15.12.1930, S. 446.
Kommentar von xn
Herrlich bissig.
von xn /
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Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
Vorwort
Sobald wir etwas aussprechen, entwerten wir es seltsam. Wir glauben in die Tiefe der Abgründe hinabgetaucht zu sein, und wenn wir an die Oberfläche kommen, gleicht der Wassertropfen an unseren bleichen Fingerspitzen nicht mehr dem Meere, dem er entstammt. Wir wähnen eine Schatzgrube wunderbarer Schätze entdeckt zu haben, und wenn wir wieder ans Tageslicht kommen, haben wir nur falsche Steine und Glasscherben mitgebracht, und trotzdem schimmert der Schatz im Finsternen unverändert.
Zitate
Er selbst fühlte sich dabei verarmt und kahl, wie ein Bäumchen, das nach der noch fruchtlosen Blüte den ersten Winter erlebt.
Sie waren nämlich doch einmal ins Streiten über religiöse Dinge gekommen. Und in diesem Augenblicke war es eigentlich schon um alles geschehen. Denn wie von Törleß unabhängig, schlug nun der Verstand in ihm unaufhaltsam auf den zarten Prinzen los. Er überschüttete ihn mit dem Spotte des Vernünftigen, zerstörte barbarisch das filigrane Gebäude, in dem dessen Seele heimisch war, und sie gingen im Zorne auseinander.
Denn diese von außen kommenden Assoziationen und verborgenen Gefühle tragen die jungen Leute über den gefährlich weichen seelischen Boden dieser Jahre hinweg, wo man sich selbst etwas bedeuten muß und doch zu unfertig ist, um wirklich etwas zu bedeuten.
Mit dem Lesen war es übrigens bei ihm ganz eigen. Er war Reiteroffizier und liebte durchaus nicht die Bücher im allgemeinen. Wenn er las, wollte er nicht über Meinungen und Streitfragen nachdenken, sondern schon beim Aufschlagen der Bücher wie durch eine heimliche Pforte in die Mitte auserlesener Erkenntnisse treten. Es mußten Bücher sein, deren Besitz allein schon wie ein geheimes Ordenszeichen war und wie eine Gewährleistung überirdischer Offenbarungen.
Dann griff er auf Geratewohl eine Stelle heraus und sann, ob sich ihr geheimster Sinn nicht heute erschlöße... So schwebte um diesen nervigen, gebräunten Freiluftmenschen etwas wie ein weihevolles Geheimnis.
Jene Eigenheit seines Vaters, die für diesen Grunde genommen vielleicht doch nur den gewißen letzten Schlupfwinkel der Individualität bedeutete, den sich jeder Mensch - und sei es auch nur durch die Wahl seiner Kleider - schaffen muß, um etwas zu haben, das ihn vor anderen auszeichne, war in ihm zu dem festen Glauben geworden, sich mittels ungewöhnlicher seelischer Kräfte eine Herrschaft sichern zu können.
Solche Menschen wie Basini, sagte ich dir schon früher, bedeuten nichts - eine leere, zufällige Form. Die wahren Menschen sind nur die, welche in sich selbst eindringen können, kosmische Menschen, welche imstande sind, sich bis zu ihrem Zusammenhange mit dem großen Weltprozesse zu versenken. Diese verrichten Wunder mit geschloßenen Augen, weil sie die gesamte Kraft der Welt zu gebrauchen verstehen, die in ihnen gerade so ist wie außer ihnen.
Gewiß: es gibt für alles eine einfache, natürliche Erklärung, und auch Törleß wußte sie, aber zu seinem furchtsamen Erstaunen schien sie nur eine ganz äußere Hülle fortzureißen, ohne das Innere bloßzulegen, daß Törleß wie mit unnatürlich gewordenen Augen stets noch als zweites dahinter schimmern sah.
So lag Törleß und war ganz eingesponnen von Erinnerungen, aus denen wie fremde Blüten seltsame Gedanken wuchsen. Jene Augenblicke, die keiner vergißt, Situationen, wo der Zusammenhang versagt, der sonst unser Leben sich lückenlos in unserem Verstande abspiegeln läßt, als liefen sie parallel und mit gleicher Geschwindigkeit nebeneinander her, - sie schloßen sich verwirrend eng aneinander.
Diese Erwachsenen und ganz Gescheiten haben sich da vollständig in ein Netz eingesponnen, eine Masche stützt die andere, sodaß das ganze Wunder wie natürlich aussieht; wo aber die erste Masche steckt, durch die alles gehalten wird, weiß kein Mensch.
Jeden Abend gaben sie dort dieselbe Oper, und jeden Abend hörte er jedes Wort und jeden Ton herüber. Aber er war der Sprache nicht mächtig. Und jeden Abend saß er dennoch am offenen Fenster und hörte zu. Auf diese Weise verliebte er sich in eine der Schauspielerinnen, ohne sie je gesehen zu haben. Er war nie vom Theater so ergriffen worden wie damals; er empfand die Leidenschaft der Melodien wie Flügelschläge großer dunkler Vögel, als ob er die Linie fühlen könnte, die ihr Flug in seiner Seele zog. Es waren keine menschlichen Leidenschaften mehr, die er hörte, nein, es waren Leidenschaften, die aus den Menschen entflohen, wie aus zu engen und zu alltäglichen Käfigen.
Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform
Im Zweifel für den Zweifel
Und für die Pubertät
Im Zweifel gegen Zweisamkeit
Und Normativität
Im Zweifel für den Zweifel
Und gegen allen Zwang
im Zweifel für den Teufel
Und den zügellosen Drang
Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:
Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen
Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform
Im Zweifel für Verzärtelung
Und für meinen Knacks
Für die äußerste Zerbrechlichkeit
Für einen Willen wie aus Wachs
Im Zweifel für die Zwitterwesen
Aus weit entfernten Sphären
Im Zweifel fürs Erzittern
Beim Anblick der Chimären
Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Mir bleibt noch zu erwähnen:
Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen
Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform
Im Zweifel für den Zweifel
Und die Unfasssbarkeit
Für die innere Zerknirschung
Wenn man die Zähne zeigt
Im Zweifel fürs Zusammenklappen
Vor gesamtem Saal
Mein Leben wird Zerrüttung
Meine Existenz Skandal
Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:
Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen
Hören unter: http://www.lastfm.de/music/Tocotronic/_/Im+Zweifel+f%C3%BCr+den+Zweifel












